Seien Sie offen und aufgeschlossen
Stellen Sie sich darauf ein, Ansichten zu hören, die Sie normalerweise nicht hören – und seien Sie bereit, daraus etwas für sich zu lernen. Sie werden sicherlich Meinungen begegnen, die den Ihren zutiefst widersprechen. Wir sind der Ansicht, dass Verantwortungsträger wissen sollten, wie andere Menschen denken, und dass es ihnen hilft, effektiv zu arbeiten und dabei Grenzen zu überschreiten.
Vermeiden Sie es, andere persönlich anzugreifen oder sich persönlich angegriffen zu fühlen
Teilnehmende und Referenten sollen sich jederzeit in der Lage fühlen, das sagen zu können, was sie wirklich denken. Wenn bestimmte Sichtweisen möglicherweise ungeschickt oder drastisch vorgetragen werden, vermeiden Sie ein schnelles und abschließendes Urteil und lassen Sie sich stattdessen auf eine konstruktive Diskussion ein. Äußern Sie sich stets respektvoll und hören Sie sich jede Rückmeldung darüber, warum sich andere durch Ihre Äußerungen möglicherweise provoziert fühlen, offen an.
Übernehmen Sie Verantwortung
Kommen Sie mit Ihren Beiträgen auf den (vielleicht wunden) Punkt und scheuen Sie sich nicht – auch nicht den Referenten gegenüber –, „unangenehme“ Fragen zu stellen. Sprechen Sie für sich selbst. Unterstützen Sie andere Teilnehmer, die sich couragiert äußern und kein Blatt vor den Mund nehmen. Delegieren Sie nicht explizit oder implizit heikle Themen an die Programmleitung, wenn sie besser offen angesprochen und in der Gruppe verhandelt werden sollten.
Seien Sie engagiert – und positiv
Zeigen Sie Engagement. Stellen Sie rechtzeitig sicher, dass Sie an jedem Programmtag von Anfang bis Ende teilnehmen können. Bereiten Sie sich auf den Programmtag vor und lassen Sie sich an diesem Tag nicht von außen stören. Halten Sie die Zeitvorgaben ein.
Seien Sie fair im Umgang mit anderen Teilnehmern, Referenten und Alumni. Wenn Sie jemand anderem nicht weiterhelfen können, sagen Sie es offen. Wenn jemand anderer Ihnen nicht weiterhelfen kann – akzeptieren Sie es. Nutzen Sie das Wissen und die Erfahrungen, die andere mit Ihnen zu teilen bereit sind, zu positiven Zwecken.
Halten Sie sich an die Chatham-House-Vertraulichkeitsregel
Um einen möglichst effektiven Lernprozess zu gestalten, müssen alle Mitwirkenden, Teilnehmenden und Alumni die Gewissheit haben, sich offen äußern zu können und voneinander ehrliche Einblicke zu erhalten. Daher gilt bei Common Purpose Veranstaltungen die Chatham-House-Regel (www.chathamhouse.org.uk/about/chathamhouserule).
Die Regel ist benannt nach dem Sitz des Royal Institute for International Affairs in London, einem unabhängigen außenpolitischen Think Tank. Sie wurde erstmals 1927 eingeführt, 1992 und 2002 überarbeitet und ist als Methode zur Durchführung von Konferenzen und Diskussionsrunden international anerkannt und respektiert. Sie lautet wie folgt:
“Wenn ein Treffen unter der Chatham-House-Regel abgehalten wird, dürfen die Teilnehmer die dort erhaltenen Informationen nutzen, aber weder die Identität noch die Zugehörigkeit des jeweiligen Sprechers oder irgendeines anderen Teilnehmers enthüllen.”
Die Anwendung der Chatham-House-Regel bedeutet also, dass man über alles, was man im Common Purpose Programm erfahren oder diskutiert hat, auch außerhalb des Programms offen reden kann, nur nicht darüber, wer welche Ansichten vertreten hat bzw. von wem welche Informationen stammen.
Die Chatham-House-Regel bedeutet nicht, dass die Inhalte und Äußerungen in den Programmen vertraulich sind. Tatsächlich (und in der Praxis) dient sie im Gegenteil dazu, die Teilnehmenden zu möglichst freien und „unzensierten“ Äußerungen zu ermutigen.
Sie können – und werden – bei Anwendung dieser Regel ehrlicher über Probleme und Herausforderungen in ihrem Umfeld oder über Konflikte und Unzulänglichkeiten im eigenen Verantwortungsbereich sprechen. Sie werden sich vorbehaltloser als Individuen äußern und auch solche Ansichten zum Ausdruck bringen, die möglicherweise nicht denen ihrer Organisation entsprechen. Auf diese Weise können die wirklichen Probleme offen angesprochen werden, Debatten können sich frei entfalten und für alle ergibt sich daraus ein tieferes Verständnis der Sachverhalte und der Beteiligten.